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Wie behindert kann man sein?

In der Quartiersarbeit fallen häufig Begriffe wie Behinderte, Schwerbehinderte, Ausländer, Migranten, Arbeitslose und Erwerbslose etc. Fast jeder Mensch hat die Begriffe schon inflationär oft verwendet oder gehört. Doch was bedeuten die einzelnen Begriffe eigentlich und worin liegen die Unterschiede?
Schwerbehinderte und behinderte Menschen
Schwerbehinderte Menschen sind Personen, deren körperliche, geistige oder seelische Behinderung einen Grad von wenigstens 50 hat (§ 2 Abs. 2 SGB IX). Sie stehen in vielfacher Hinsicht unter einem besonderen rechtlichen Schutz und können eine Reihe von Nachteilsausgleichen in Anspruch nehmen.
Demgegenüber sind behinderte Menschen nach § 2 Absatz 1 des Neunten Sozialgesetzbuchs (SGB IX) Menschen, deren körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Wenn die Beeinträchtigung der Teilhabe zu erwarten ist, ist die Person von einer Behinderung bedroht. Behinderte haben demnach einen Grad unter 50.
Ausländer, Menschen mit Migrationshintergrund, Asylsuchende, Flüchtlinge
Ausländer ist jeder, der im Sinne des Grundgesetzes (Artikel 116, Absatz 1) kein Deutscher ist. Deutscher ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat. Um diese Definition zu verstehen, hilft es, die Definition von „Menschen mit Migrationshintergrund“ heranzuziehen. Diese bezeichnet alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil als Menschen mit Migrationshintergrund.
Als Migranten werden Menschen bezeichnet, die nicht im jeweiligen Aufenthaltsland geboren wurden, sowie deren Nachkommen. Für letztere wird auch – wie aus der Definition hervorgeht – die Umschreibung „Menschen mit Migrationshintergrund“ benutzt.
Auswanderung oder Emigration ist das Verlassen des Heimatlandes auf Dauer. Die Emigranten oder Auswanderer verlassen ihre Heimat entweder freiwillig oder erzwungenermaßen aus wirtschaftlichen, religiösen, politischen oder anderen individuellen Gründen. In der Geschichte hat es Auswanderung von einem ganzen Volk gegeben oder von großen Teilen eines Volkes und von Einzelpersonen oder einzelnen Familien.
Kurz gesagt sind Emigranten Auswanderer oder Flüchtlinge, Immigranten sind Einwanderer oder Gastarbeiter. Personen mit vorübergehendem Migrantenstatus sind beispielsweise Exilanten, also Menschen die aufgrund von Ausweisung, Verbannung, Vertreibung, Ausbürgerung, Zwangsumsiedlung, religiöser oder politischer Verfolgung die eigene Heimat verlassen mussten.
Asylsuchende sind ebenfalls Personen mit vorübergehendem Migrantenstatus. Genauer handelt es sich dabei um Menschen, die in einem fremden Land um Asyl, also um Aufnahme und Schutz vor Verfolgung gesucht haben und deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Im Asylverfahren entscheidet sich, ob die asylsuchende Person internationalen Schutz bekommt und damit als Flüchtling gilt.
Ein Flüchtling ist eine Person, die ihr Heimatland aus wohlbegründeter Furcht vor Verfolgung aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Meinung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verlassen hat (Art. 1 der Genfer Flüchtlingskonvention, GFK).
In diesem Punkt unterscheiden sich Asylsuchende und Flüchtlinge von Migranten, die ihre Heimat nicht aufgrund von Verfolgung verlassen und – sofern sie in ihr Heimatland zurückkehren – weiterhin den Schutz ihrer Regierung genießen können. Flüchtlinge hingegen fliehen vor drohender Verfolgung und können unter den bestehenden Umständen nicht in ihr Heimatland zurückkehren bzw. dorthin zurückgeschickt werden.
Arbeitslose und Erwerbslose
Arbeitslose sind Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei der Agentur für Arbeit zu Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Als arbeitslos gelten auch Menschen, die weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten und bei der Agentur für Arbeit eine Arbeit mit mehr als 15 Stunden pro Woche suchen. Die Erhebung von Daten zu Arbeitslosen ist durch deren Registrierung beim Arbeitsamt möglich.
Als erwerbslos gelten Menschen, die weniger als eine Stunde pro Woche gearbeitet, in den vergangenen vier Wochen aktiv nach Arbeit gesucht und innerhalb von zwei Wochen sofort verfügbar sind. Die Daten zur Erwerbslosigkeit werden durch Telefonbefragungen nach Kriterien der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) erhoben.
Die Zahl der Erwerbslosen ist nicht deckungsgleich mit der Zahl der Arbeitslosen. Die beiden Begriffe sagen also nicht dasselbe aus. Leute können beispielsweise erwerbslos aber nicht arbeitslos sein, wenn sie bei der Agentur für Arbeit nicht arbeitslos gemeldet sind, aber dennoch keinen versicherungspflichtigen Job haben. Auch Personen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, weil sie nie gearbeitet haben, gelten nicht als arbeitslos, sondern als erwerbslos.
Umgekehrt können Leute arbeitslos aber nicht erwerbslos sein. Eine Person, die beispielsweise 10 Stunden in der Woche arbeitet, gilt zwar als arbeitslos, nicht jedoch als erwerbslos. Das ist der Hauptgrund, warum mehr Menschen arbeitslos als erwerbslos sind.

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Quartiersarbeit

Ein wichtiger Begriff des Projektes „Diversity unites – together for Europe“ lautet Quartiersarbeit. Doch was soll das eigentlich heißen? Und was haben Sie als Bürger davon?
Das Quartier ist ein Begriff der Sozialen Arbeit für einen Stadtteil, ein Wohnviertel oder auch eine Wohnsiedlung. Das Quartier zeichnet sich dabei durch eine bestimmte bauliche Struktur, infrastrukturelle Ressourcen und vor allem durch die Menschen aus, die darin leben. Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, sei es demographisch, ethnisch oder kulturell.
Die Quartiersarbeit knüpft nun an die Ressourcen der Bewohner des Quartiers an und erkennt, dass sie selbst die Experten in der Bewältigung ihres Lebensalltags sind. Betroffene werden zu Beteiligten gemacht.
Das Ziel der Quartiersarbeit ist die nachhaltige Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen der Menschen im Stadtteil und die Förderung gelingender Nachbarschaft im Quartier. Wesentlich ist dabei, dass die Anliegen der Bewohner des Quartiers berücksichtigt werden. Auch die Förderung von Maßnahmen zur Schaffung einer sozialverträglichen Alltags- und konfliktkultur sind wichtig, um das Zusammenleben zu vereinfachen. Um Bürger zu Engagement in ihrem Quartier zu bewegen, ist es essentiell der Bewohnerschaft die Möglichkeit zur Identifikation mit ihrem Quartier zu geben. Dazu kann es unter anderem notwendig sein, Maßnahmen zur Imageverbesserung des Quartiers einzuleiten. Dies kann auch durch städtebauliche Verbesserungen und Weiterentwicklung des Quartiers unterstützt werden.
Die Aufgaben der in der Quartiersarbeit tätigen Fachkräfte liegen vor allem in den Bereichen Aktivierung und Beteiligung, Öffentlichkeitsarbeit, Koordination und Moderation, Projektentwicklung sowie Berichtswesen. Sie fördern die Aktivierung, Vernetzung und Partizipation. In Versammlungen, Arbeitsgruppen und Einzelkontakten werden die Anliegen der Menschen im Stadtteil aufgegriffen und mit ihnen gemeinsam bearbeitet. Dies bedeutet aber auch Übernahme von Verantwortung.
Kontaktdaten Projektbüro/Kreisverwaltung Recklinghausen:
Kreisverwaltung Recklinghausen
Kreishaus
Kurt-Schumacher-Allee 1
D-45657 Recklinghausen

Telefon: 02361 53-0
Telefax: 02361 53-3290
E-Mail: Info@Kreis-Recklinghausen.de

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Europa zu Gast bei Freunden

Die Kreisverwaltung Recklinghausen lud zum Start des EU-Projektes „Diversity Unites – together for Europe“ die teilnehmende Partnerkreise aus Schweden, Polen und Lettland ein. Von der länderübergreifenden Zusammenarbeit profitiert Jeder: Das Projekt steht für mehr Bürgerteilhabe, gesellschaftliches Engagement und soziale Vielfalt – folglich wird es mit Fördermitteln aus dem Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ unterstützt.

„Diversity Unites“, übersetzt „Vielfalt verbindet“, wurde dieser Tage durch vier europäische Partnerkreisen praktisch vorgelebt. Die am EU-Projekt „Diversity Unites – together for Europe“ teilnehmenden Landkreise aus Schweden, Polen, Lettland und Deutschland trafen sich zum Start des gemeinsamen Projekts im Kreis Recklinghausen. Freundlich empfangen wurden die internationalen Gäste von Landrat Cay Süberkrüb am Sonntagabend. In den folgenden drei Tagen wurde der Grundstein für „Diversity Unites – together for Europe“ gelegt.

Doch was verbindet die Landkreise Sörmland, Wodzisław Śląski und Jelgava innerhalb des EU-Projektes? Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Mehr Bürgerteilhabe, mehr gesellschaftliches Engagement und soziale Vielfalt – nicht weniger als grundlegende Rechte und Bedürfnisse europäische Bürgerinnen und Bürger. Dafür machen sich die Partnerkreise gemeinsam stark.

Schon am Montagmorgen hatte der der intensive Austausch begonnen etwa über die essenzielle Stadtteilarbeit und anderer wichtiger Themen. „So viele verschiedene Menschen kommen hier zusammen und beleuchten wichtige Themen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Ich wünsche Ihnen und uns allen einen regen Austausch und Erkenntnisse, die wir in unsere Regionen und Kreise tragen können – für die Menschen in unserer jeweiligen Heimat.“

Die Aufgaben der Partnerkreise sind umfassend: Sie wollen den individuellen Umgang mit sozialer Vielfalt kennenlernen, die Quartiersarbeit unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vergleichen und neue Netzwerkstrukturen zur besseren Teilhabe aller schaffen. Kurz gesagt: Mehr Mitwirkungsrecht für europäische Bürgerinnen und Bürger. Dies bedeutet auch mehr demokratisches Grundrecht und mehr Möglichkeiten sozialen Missständen entgegenzuwirken.

Doch welche konkreten Aufgaben haben die einzelnen Kommunen der jeweiligen Landkreise im gesamten EU-Projekt? Bei ihnen beginnt die wichtige Quartiersarbeit, von der alle Bürgerinnen und Bürger der teilnehmenden Kreise letztendlich profitieren. Innerhalb des EU-Projekts erarbeiten sie gemeinsam neue Lösungsansätze und sollen die Grundlage der Zusammenarbeit weiter stärken.

Auch beim Auftakt-Treffen im Kreis Recklinghausen wurde das gemeinsame Ziel deutlich. Um einen genauen Eindruck machen zu können, besuchten die Delegationen der Landkreise einige soziale, kulturelle und religiöse Einrichtungen. Im AGORA-Kulturzentrum in Castrop-Rauxel wurden Konzepte zu Integration und Flüchtlingsarbeit sowie zur Stadtteilarbeit und Sprachförderung vorgestellt, auf dem Hof Wessels in Herten gab es einen Einblick in die Arbeit mit jungen Menschen mit erhöhtem Förderbedarf.

Auch das Zentrum für Bildung und Integration e.V. in Herten mit der angrenzenden Moschee, ein Obdachlosenheim in Recklinghausen, die Umweltwerkstatt in Recklinghausen und das Begegnungszentrum der Caritas in Datteln wurden während der drei Tage besichtigt. „Eine stolze Bilanz“, fand Landrat Cay Süberkrüb. „Das waren interessante und schöne Tage, die uns einander näher gebracht haben. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren.“ Die Delegation aus dem Kreis Recklinghausen wird innerhalb des EU-Projektes „Diversity Unites – together for Europe“ auch die Kommunen in Schweden, Polen und Lettland besuchen.

Kontaktdaten Projektbüro/Kreisverwaltung Recklinghausen:
Kreisverwaltung Recklinghausen
Kreishaus
Kurt-Schumacher-Allee 1
D-45657 Recklinghausen
Telefon: 02361 53-0
Telefax: 02361 53-3290
E-Mail: Info@Kreis-Recklinghausen.de

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